Kiefergelenk-Behandlung

Kiefergelenke und Kaumuskulatur sind ständig hohen Belastungen ausgesetzt. Wir kauen, sprechen oder gähnen und beißen in Stresssituationen sprichwörtlich die Zähne zusammen.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Eine Überbeanspruchung oder Fehlbelastung der Kiefergelenke und des Kauapparates führt auf lange Sicht zu verschiedenen Beschwerden. Diese reichen von hörbaren Geräuschen der Kiefergelenke wie Knacken oder Reiben bis hin zu Schmerzen bei Kau- bzw. Mundbewegungen. Aber auch schmerzhafte Verspannungen der Kaumuskulatur und des Schulter- und Nackenbereichs können auf eine sogenannte Craniomandibuläre Dysfunktion (Cranium, lat. Schädel und Mandibula, lat. Unterkiefer) hindeuten. Die Beschwerden dehnen sich in manchen Fällen auf den Bereich der Ohren aus, wie z. B. Tinnitus oder Schwindelanfälle, wenn das Gleichgewichtsorgan betroffen ist.

Ursachen für CMD

Die Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD genannt, kann vielen Ursachen zugrunde liegen. Eine der Hauptursachen ist Stress, bei dem es zum nächtlichen oder unbewussten Zähneknirschen oder Zähnepressen kommt. Wird dieser Prozess nicht mittels einer Behandlung gestoppt, nutzt sich der Zahnschmelz regelrecht ab. Eine CMD kann ebenso durch eine Fehlbisslage und Fehlbelastung der Zähne entstehen. Bleiben derartige Beschwerden, Muskelverspannungen und Funktionsstörungen unbehandelt, führt dies möglicherweise zu dauerhaften Zahnschäden oder Kiefergelenkschäden, bis hin zu Arthrosen.

Klinische und Instrumentelle Funktionsanalyse

Damit es nicht zu solchen Dauerschäden kommt, bieten wir eine umfangreiche Behandlung an, mit der unsere Patienten einen deutlich verbesserten bzw. beschwerdefreien Kaukomfort erhalten. Um im ersten Schritt die Ursachen akuter Kiefergelenkbeschwerden feststellen zu können, führen wir eine sogenannte Funktionsanalyse durch. Damit ermitteln wir die genaue Lage des Kiefers zum Schädel, die Kiefergelenkbewegung sowie die Stellung von Ober- und Unterkiefer zueinander. Anhand der Funktionsanalyse erkennen wir auch störende Zahnkontakte und Zahnfehlstellungen.

Diese beseitigen wir mittels Einschleifen der Kontaktpunkte sowie Aufbau wichtiger Funktionsflächen der Zähne. Im Zuge der CMD-Behandlung lassen wir von unserem hauseigenen Meisterlabor einen Aufbissbehelf (Knirscherschiene) anfertigen. Diesen trägt der Patient nachts zur Entlastung der Kiefergelenke und zur Entspannung der Kaumuskulatur. Das Fortschreiten der Symptome aufzuhalten und zu beseitigen, erfordert viel Geduld und Fingerspitzengefühl.

Gut gemessen ist halb gewonnen

Mit der Funktionsanalyse erzielen wir aber nicht nur in der CMD-Behandlung optimale Ergebnisse zum Verhindern von Spätschäden. In der prothetischen Zahnbehandlung benötigen wir und unser zahntechnisches Meisterlabor bei der Planung und Anfertigung von Zahnersatz (z. B. Zahn-Kronen, Inlays) diagnostisch präzise Messwerte von der Position der Kiefergelenke, deren Bewegungen und vom Biss. Das ermöglicht uns, den Zahnersatz dem natürlichen Biss exakt anzupassen. Denn eine Fehlbisslage, sogenannte Frühkontakte (Vorkontakte), können zu einer Fehlstellung der Kiefergelenkposition führen, was wiederum Beschwerden auslösen kann.

Eine Funktionsanalyse ist sinnvoll bei

  • einer geplanten prothetischen Versorgung mit Kronen, Inlays oder Brücken etc.
  • einer Kiefergelenkerkrankung
  • Beschwerden wie reibende oder knackende Gelenkgeräusche
  • eingeschränkter Kau- und Mundbewegung
  • schmerzhaft verspannter Kaumuskulatur
  • der Anfertigung von Knirscher- bzw. Aufbissschienen.